M/W/D – Gendern im E-Mail-Marketing

Die diskriminierungsfreie Ansprache nicht binärer Menschen hat seit Jahren eine rechtliche Grundlage, die entsprechend auch Auswirkungen auf Unternehmen und ihre Marketingverantwortlichen hat. Denn diese müssen sich zunächst damit befassen, wie sie mit dem Thema umgehen wollen. Und sie müssen sich bei einer positiven Entscheidung für das Gendern eine gendergerechte Sprache in der Unternehmenskommunikation etablieren.

Position zum Gendern entwickeln

Unternehmen müssen sich zunächst entscheiden, ob sie Kunden auch künftig in der tradierten Art und Weise ansprechen wollen. Oder ob sie zu einer gendergerechten Anrede übergehen. Für Letztere sprechen neben der Gesetzeslage Höflichkeit, Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung für jeden Kunden.

Trifft ein Unternehmen nun die Entscheidung für eine gendergerechte Sprache, sollte diese auch konsequent im gesamten Unternehmen umgesetzt werden – insbesondere im persönlichen Dialog etwa via E-Mail.

Tipps zur gendersensiblen Anrede im persönlichen Dialog

Zur gendergerechten Ansprache von Menschen in Dialog-Medien stehen verschiedene Möglichkeiten zur Wahl:

Anrede von Einzelpersonen:

  • Geschlechtsneutrale Anrede unter Verzicht von Herr und Frau mit Vor- und Nachname:
    „Hallo Tina Beispiel“ oder „Guten Tag, Max Mustermann“
    oder mit Gendersternchen:
    „Liebe*r Nicole Schneider“ oder „Sehr geehrte*r Andreas Müller“
  • Sollte Ihnen bekannt sein, dass eine höfliche Anrede, wie etwa „Enby“ (abgeleitet von der englischen Abkürzung NB für nonbinary) gewünscht wird, dann schreiben Sie:
    „Sehr geehrtes Enby Martina Schmidt“

Anrede von Personengruppen:

  • „Liebe“/“Sehr geehrte“
    + „Interessierte, „Menschen“, „Mitmenschen“, „Führungskräfte“, „Beschäftigte“
  • „Liebes“/“Sehr geehrtes“
    + „Team“, „Publikum“, „Kollegium“, „Präsidium“
  • „Liebe“/“Sehr geehrte“ + Partizip Präsens: „Studierende“, „Lesende“, „Mitarbeitende“, „Beschäftigte“ ….

Außerdem spiegelt die Nutzung von Gender Sternchen (z.B.: „Sehr geehrte Empfänger*innen des Newsletters“) oder der Gender Gap (z.B.: „Liebe Leser_innen“) Ihr Bewusstsein für die Vielfalt unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten wider.

Nachfrage als Zeichen von Akzeptanz und Respekt

Respektvoll ist auch die Nachfrage bei den Lesenden Ihres Newsletters, wie diese künftig von Ihnen angesprochen werden wollen. Während Sie bei Bestandsadressen hierfür explizit nachfragen müssen, hilft ihnen dabei bei Neuanmeldungen ein intelligentes Anmeldeformular. Entscheidet sich eine Person bei Ihrer Anmeldung für die Geschlechtsidentität „divers“, fragt das Formular automatisch ab, wie der betreffende Mensch künftig angesprochen werden möchte: mit Herr, Frau oder Enby.

Weitere interessante Gedanken und Anregungen zur Debatte liefert Ihnen der Thinkpod Episode 9 „Männlich, weiblich, divers – Gendern im Dialogmarketing“. In dieser Ausgabe ihres Podcasts befassen sich die Mitglieder des ThinkTanks One-to-One Multichannel mit diesem Thema.

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